Akuteller Gottesdienst und Rückblick auf den 31.1.

Pop-Gottesdienst am 21.  März, 10.30 Uhr: Mit der Band Halbelf

Gospelgottesdienst am 11. April, 10.30 Uhr: Mit Gospelsänger Ady Ariwodo und der Band Halbelf (Ltg. Gerd Schulz)


Rückblick:

Popgottesdienst am 31.1. mit Corinna May und Band Halbelf (Ltg. Gerd Schulz); Film von Heiner Heinemann (Video Factory)

Predigt von Pastor Volker Keller: Ich heiße Kerstin: Als ich schwach war, war ich stark

Glaube

1.Mose 2,7: Gott im Menschen

„Gott schafft den Menschen und bläst ihm den Atem des Lebens in die Nase. Und so wird  der Mensch zu einem lebendigen Wesen.“

Besinnung: Gottes „Atem“ ist in mir – wie merke ich das, wo ist er? Was bedeutet es für mich, dass ich nicht ein blinder Wurf der Natur bin, sondern von Gott erschaffen? Wie fühlt sich das eine, wie das andere an?

Dazu aus Henri Nouwen: Ich hörte auf die Stille. Sieben Monate im Trappistenkloster:

„Wir leben, weil wir Anteil an Gottes Leben, an Gottes Herrlichkeit haben. Die Frage heißt nicht: Wie können wir leben, dass wir Gott verherrlichen?, sondern: Wie können wir leben als die , die wir sind; wie können wir unser tiefstes Wesen verwirklichen?

Mit einem Lächeln sagte der Abt des Klosters zu mir: Nehmen Sie dies als ihre Meditations-Aufgabe: ‚Ich bin die Herrlichkeit Gottes.‘  Wo könnte die Herrlichkeit Gottes sonst sein, wenn sie nicht dort ist, wo ich bin?“

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Pastor Ronald Herr (früher tätig in Südafrika): Einführung ins Herzensgebet

Ich wurde von Pastor Keller gebeten, etwas über das „Herzensgebet“ zu schreiben.

Vorweg: Beten gehört wesentlich zur Ausübung unseres christlichen Glaubens. Es ist der Weg, mit unserem ewigen, heiligen, dreieinigen Gott im Gespräch zu sein. Dabei machen wir uns bewusst, dass all unsere Bemühungen dazu nicht ausreichen. Vielmehr sind wir auf die Mitwirkung des Heiligen Geistes angewiesen.

Es gibt viele unterschiedliche Gebetsformen. Der Bogen reicht von der langen Kette der Fürbitten bis zum Schweigen, von einer Einzelperson bis hin zur Gebetsgemeinschaft. Alle Formen haben ihre Berechtigungen und können zu unterschiedlichen Zeiten und bei unterschiedlichen Personen recht unterschiedliche Bedeutung haben. Entscheidend ist, dass wir auch im Gebet wachsen und reifen sollen – ein Prozess, der erst in der Todesstunde sein Ziel erreicht.

Das Herzensgebet hat seinen Ursprung wahrscheinlich schon im Mönchtum der frühen Kirche. Besonders wurde es bei den Starzen der Orthodoxen Kirche gepflegt. Ende des 19. Jahrhunderts erschien dort von einem unbekannten Autor geschrieben das Buch mit dem Titel „Die aufrichtigen Erzählungen eines russischen Pilgers“. Es geht darin um einen Mann, den die Frage bewegt, wie das Paulus-Wort „betet ohne Unterlass“ (1. Thess. 5,17) verwirklicht werden kann. Er kommt zu dem Ergebnis, dass das Gebet mit dem Atem verbunden werden kann.

Geistlich gesehen ist Atmen nicht einfach nur Luftholen. Ich verfüge nicht über ihn, kann ihm nicht befehlen zu wirken. Er wird mir gegeben, ist ein Geschenk Gottes, seine liebevolle Lebenszusage mit jedem Atemzug, das „Du“ Gottes an mich. Gott spricht mich also mit dem Atem an. Im Atem wird Gottes Stimme hörbar. Was liegt da näher, als ihm im Atem zu antworten.

Als Studenten auf der Suche nach Gebetformen hat uns der „russische Pilger“ angesprochen, und wir haben ausprobiert, wie es sich damit lebt. Wir haben entdeckt, dass unser Gebet damit innerlicher und tiefer wurde. Bis heute praktiziere ich es immer wieder – nicht permanent, wie der Pilger, aber besonders in Zeiten, wenn ich innerlich unruhig bin und dann für eine begrenzte Zeit (vielleicht eine halbe Stunde).

Der Gebetstext, der im „russischen Pilger“ wiedergegeben wird, lautet: „Herr Jesus Christus, du Sohn Gottes, erbarme dich meiner“. Das ist mir zu lang und passt auch nicht zu meinem Atemrhythmus. Ich gebrauche kurze, prägnante Sätze. Hier drei Beispiele, die ich praktiziere:

Anrufung beim Ausatmen:     Schweige                    Empfang beim Einatmen:      Höre

Anrufung beim Ausatmen:     Kyrie                           Empfang beim Einatmen:      eleison

Anrufung beim Ausatmen:     Mein Christus             Empfang beim Einatmen:      Mein König

So ein Satzpaar wird dann die ganze Zeit der Stille mit jedem Atemzug wiederholt. Andere Wort- bzw. Satzauswahl sind natürlich möglich. Einfach mal ausprobieren! Hilfreich ist dabei eine entspannte Körperhalten (sitzen oder liegen – knien will etwas geübt sein). Und wenn man dabei einschläft, ist das auch kein Drama.

Wer mehr wissen möchte, kann mich gern ansprechen.