Akuteller Gottesdienst und Rückblick auf den 31.1.2021

2G in der Kirchengemeinde Vegesack

Der Kirchenvorstand der evangelischen Kirchengemeinde Vegesack hat   für Gottesdienste und Veranstaltungen im Oberdeck  die 2G-Pflicht  beschlossen. Das heißt, dass Zutritt nur noch Geimpften und Genesenen gestatttet ist. Nur dann ist gewährleistet, dass die Treffen und auch die Gottesdienste  wieder in entspannter Atmophäre stattfinden können und dass Ungeimpfte nicht gefährdet werden oder andere gefährden.  Zu den Veranstaltungen ist ein Impf- oder Genesenennachweis mitzubringen. Ausnahmen von der Regelung werden im Einzelfall mitgeteilt. Bei den Gottesdienst gilt Maskenpflicht.

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Rückblick:

Popgottesdienst am 31.1. mit Corinna May und Band Halbelf (Ltg. Gerd Schulz); Film von Heiner Heinemann (Video Factory)

Predigt von Pastor Volker Keller: Ich heiße Kerstin: Als ich schwach war, war ich stark

Glaube

Wort zur Meditation:

„Herr, auf dich vertraue ich. In deine Hände lege ich mein Leben.“

(Aus der Complet, dem Nachtgebet, der klösterlichen Gemeinschaften)

Übungen:

1. Einige Minuten das Wort in Gedanken sprechen. Daran glauben: Ja, so ist es! Dann nicht mehr denken, nur auf das  ruhige Atmen achten und das Wort wirken lassen. Welche tiefen Gefühle schenkt Gottes Geist dir?

2. Mit dem Wort ins Gespräch kommen:

„Herr“ – Wer bist du? Warum lässt du dich von mir herr nennen…

„…auf dich vertraue ich.“ Warum sollte ich dir vertrauen? Was ist eigentlich Vertrauen…

3. Vor dem Einschlafen das Wort mehrere Male beten.

Wieviel Vertrauen ist gut, wieviel Schädlich?

Wieviel Vertrauen ist gut, wieviel schädlich? Viel Vertrauen zu Gott ist gut und vernünftig. Wir Menschen verstehen die Welt  letztlich nicht, immer wieder gibt sie uns Rätsel auf: Warum nur? Was uns aufgegeben ist:  das Geheimnis der Welt und Gottes anzuerkennen ohne in   Lebensunlust oder Wut zu verfallen („was soll das nur alles?“).  Immer wieder machen wir im Leben die Erfahrung, dass sich Schlechtes in Gutes wendet, Ratlosigkeit in Lösungen, Sorge in Sorglosigkeit—Gottes Energie  wirkt in der Welt, und in starken, erleuchteten Momenten blockieren wir sie nicht, sondern lassen sie in unserem Körper und in unserer Seele fließen.

Aber dann gibt es auch ein Zuviel an Vertrauen, naive Gutgläubigkeit.  Ich wurde um ein Seelsorgegespräch gebeten. Ein Mann erzählte mir, dass er über das Internet eine „freundliche“ Finanzmaklerin  kennen gelernt habe, die ihn von der Möglichkeit überzeugte, mit einer Geldanlage  hohe  Zinsen zu  bekommen. Er überwies  einen großen  Betrag auf ihr Konto und dann  noch  einen zweiten, zusammen 50 000,- Euro. Von der freundlichen Frau hörte er nie wieder etwas. Er glaubte  aber immer noch, dass sie sich bald melden würde. Wir gingen zum Vegesacker Polizeirevier und er erzählte den Vorgang. Die spontane Reaktion des Polizisten auf die nette Frau: „Widerlich!“  Nun wuchs in dem Mann die Einsicht, dass sein Vertrauen missbraucht wurde. Er fragte sich: Wie konnte ich nur so blind sein?

Hier vertraute jemand zu viel, die Querdenker unter den Anthroposphen (nicht alle Anthroposophen sind Querdenker) vertrauen gar nicht, ein Experte  nannte sie eine „Misstrauens-

gemeinschaft“ gegenüber Staat und Wissenschaft. Deshalb verweigern sie die Corona-Schutzmaßnahmen und lassen sich nicht impfen. Die Folge: Sie schädigen die Gesellschaft  in einer geradezu unermesslichen  Weise—aufgrund ihres totalen Misstrauens.

Diese Sekte hat sich mittlerweile aus der Mehrheitsgesellschaft selbst  ausgeschlossen, sie sieht nicht mehr das öffentliche Fernsehen und liest keine Zeitungen der Lügenpresse —ihre Informationen bekommt sie bei „Telegram“ einem Internetmedium, das Unvernunft  verbreitet und Hass stiftet. Die Mystik der Anthroposophie: Jeder Mensch ist fähig zur Erkenntnis seines göttlichen Geistes verfällt  zum arroganten Narzissmus: Wir sind die Größten!  Unser Höheres Wissen übertrifft jedes Wissen der   Normalmenschen.

Beide Beispiele zeigen, wie wichtig für den einzelnen und auch für die ganze  Gesellschaft das richtige Verhältnis von Vertrauen und Skepsis  ist, von Selbstbewusstsein und Selbstinfragestellung, von Ichstärke und Bescheidenheit. Der Mann sieht zuerst das Gute im Nächsten—  das hat mich beeindruckt. Die Gesellschaft braucht Arglosigkeit. Die Verqueeren können keinen Tag ohne die Gesellschaft leben, die sie ablehnen. Das sollten sie sich bewusst machen.